Auf rund 4,2 Mrd. € beläuft sich der Wert der aus Deutschland nach Großbritannien gelieferten Güter aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Die britischen Ausfuhren nach Deutschland belaufen sich dagegen nur auf 1,4 Mrd. €, sagte der Generalsekretär des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Hennig Ehlers, am heutígen Mittwoch auf dem Raiffeisentag in Berlin.

Mit einem Plus von 3 Mrd. € in der deutschen Außenhandelsbilanz zähle Großbritannien damit zu den sehr bedeutenden Absatzmärkten. Allein etwa 15 Prozent des deutsch-britischen Agrarhandels entfallen dabei Ehlers zufolge auf Milch- und Fleischprodukte.

Herber Rückschlag für EU


"Neben dem Ausgang des Referendums ist völlig unklar, wie sich nach einem Sieg der Ausstiegs-Befürworter die Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich entwickeln würden", so Ehlers. Nach seiner Meinung wäre ein möglicher Austritt des Vereinigten Königreiches (Brexit) ein erheblicher Rückschlag für den deutschen Agrarhandel und vor allem für die Idee der europäischen Werte- und Wirtschaftsgemeinschaft.

Auch der Präsident des DRV, Manfred Nüssel, sieht im Fall eines Brexit neben den akuten wirtschaftlichen Problemen auch die Gefahr eines Dominoeffekts. Es können davon ausgegangen werden, dass dann weitere Länder dem Beispeil Großbritanines folgen werden, so Nüssel. Dies würde die gesamte EU in große Schwierigkeiten bringen und enorme politische Konsequenzen mit sich bringen. (jst)

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