Saatgutproduktion

Sortenknappheit ist absehbar

Dieses Fazit zog Jörg Hartmann, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V.  (BVA) auf dem Pressegespräch des Verbandes in Bonn. Im Westen habe die Saatgutproduktion unter den schlechtesten Bedingungen seit 25 Jahren gelitten. Dadurch stünden dort bis 30 Prozent weniger Saatgut zur Verfügung, als geplant. Das Saatgut-Geschäft sei ein Sortengeschäft, und bei einzelnen Sorten mit regionaler großer Bedeutung werde es Engpässe geben. Insgesamt herrsche aber keine Mangelsituationen. Ostdeutschland habe dagegen bis auf hohe Siebabgänge besseres Saatgut geerntet. Allerdings würden dort A-und E-Weizensorten stark vermehrt, die überregional keine große Bedeutung hätten.
 
Bei der diesjährigen Herbstaussaat verursache die Trockenheit inzwischen erste Probleme und könne möglicherweise zu eine einem verminderten Auflauf nach der Aussaat führen. Bei Raps bestehe durch das Beiz-Verbot mit Neonicotinoide schon jetzt ein erheblicher Infektionsdruck. Die Nachfrage nach Hybrid-Saatgut für Weizen und Gerste stagniere in Deutschland, berichtete Hartmann.  Hybridweizen sei hierzulande unbedeutend und bei Gerste lasse der große Ertragsschub durch Hybrid-Sorten noch immer auf sich warten. Allenfalls 15 Prozent des deutschen Gerstenanbaus werden mit Hybriden getätigt. (St) 
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