Soziale Mindeststandards bei Qualitätssiegeln berücksichtigen

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Bei der Umstrukturierung der Landwirtschaft und der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte müssten alle an Erzeugung, Verarbeitung und Vertrieb Beteiligten an einem Strang ziehen, betonte Landwirtschaftsministerin Renate Künast gestern auf einer Tagung von 40 Betriebsräten aus 27 Unternehmen der Fleischverarbeitung. Künast sicherte zu, dass die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) bei der Durchsetzung der Transparenz vom Acker bis zum Tisch beteiligt wird, melden das Bundeslandwirtschaftsministerium (BML), Bonn, und die NGG in einer gemeinsamen Presseerklärung. Bei künftigen Qualitätssiegeln würden sowohl Umweltstandards als auch soziale Mindeststandards berücksichtigt werden.
Der Vorsitzende der NGG, Franz-Josef Möllenberg, forderte, dass die Qualifizierung der Arbeitnehmer in der Lebensmittelindustrie, insbesondere der Fleisch- und Wurstverarbeitung, Vorrang erhalten müsste. Er schlug vor, ein Programm "Qualität durch Qualifizierung" aufzulegen. Die momentane Kurzarbeit in manchen Betrieben könnte zur Weiterqualifizierung genutzt werden. (ED)
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