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In diesem Frühjahr spricht alles für stabile Preise bei Düngemitteln. Die von den Produzenten angekündigten monatlichen Preiserhöhungen sind vom Markt akzeptiert worden. Im mittelfristigen Vergleich bewegen sich die Preise allerdings auf eher niedrigem Niveau, schreibt die Agrarzeitung Ernährungsdienst im Blickpunkt der heutigen Ausgabe. Verschiedene Faktoren haben zu dieser Marktentwicklung beigetragen. Ein wichtiger Impuls dürfte von der spürbaren Verknappung des Harnstoff- und NPK-Angebotes auf dem deutschen und europäischen Markt ausgegangen sein. Auslöser hierfür ist die anhaltend hohe Nachfrage nach N-Düngern zu hohen Preisen auf den internationalen Märkten. Entsprechend dieser Marktlage sind auch die Preise für Harnstoff in den vergangenen Monaten spürbar gestiegen Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Harnstoffpreise in den nächsten vier bis sechs Wochen weiter fest tendieren werden.

Auf Grund der gestiegenen Energiekosten ist auch Ammoniak, Zwischenprodukt bei der N-Düngerherstellung, teurer geworden. Ein wichtiger Auslöser für die Energieverteuerung ist der immer noch andauernde Streik in der Ölindustrie Venezuelas, der das Angebot-Nachfrage-Verhältnis der Ölmärkte sehr stark beeinflusst. Verschiedene nordamerikanische Ammoniak- und N-Düngerproduzenten haben auf Grund der ebenfalls stark gestiegenen Erdgaspreise bereits vorübergehende Werksschließungen angekündigt.

Landwirte können für das Frühjahr jedenfalls mit moderaten Dünger-Preisen rechnen. Durch die bisher vergleichsweise niedrigen Ablieferungen kann es darüber hinaus auch zu Lieferengpässen für die erste N-Gabe kommen, insbesondere wenn der Schiffsverkehr noch einmal durch Hochwasser oder Eisgang beeinträchtigt werden sollte. Für die Handelsstufe, aber auch für Frühbezieher in der Landwirtschaft ist die stabile Marktentwicklung positiv zu sehen, da hierdurch eine angemessene Rendite des eingesetzten Kapitals erwirtschaftet werden kann. (ED)

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