Betriebserweiterung

Ställe pachten statt bauen

Die Verpachtung von Ställen ist in der Landwirtschaft nichts Neues. In der Vergangenheit nutzen vor allem Schweinemastbetriebe diese Möglichkeit, so den Betrieb ohne zusätzliche Investitionen zu erweitern. Durch die langanhaltenden Tiefpreisphasen nehme der Strukturwandel auch bei Sauen- und Milchviehhaltern deutlich zu und entsprechende Stallanlagen werden frei, beobachten die Berater der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen.

In Verträgen auch Details regeln

Bei der Gestaltung von Pachtverträgen und Pachtpreisen gebe es große Unterschiede. Die Kammer rät, die Verträge sehr detailliert zu gestalten. Erfahrungen zeigten, dass anfallende Reparaturen ein hohes Konfliktpotential zwischen Verpächtern und Pächtern bergen. Deshalb sollte die Kostenverteilung im Pachtvertrag geregelt werden. Grundsätzlich gelte, dass Reparaturen an der Gebäudehülle vom Verpächter getragen werden. Der Pächter dagegen ist für die Unterhaltung der Inneneinrichtung und der Technik verantwortlich. Das Pachtobjekt sollte nach Ende der Pachtzeit in annähernd gleicher Qualität wie zu Pachtbeginn zurückgegeben werden.

Kaum Erfahrungen bei Sauen- und Milchviehställen

Bei der Ermittlung eines fairen Pachtpreises sollten sowohl die Interessen des Verpächters als auch die des Pächters Berücksichtigung finden. Bei der Verpachtung von Schweinemastställen hat sich über Jahrzehnte ein Pachtpreisniveau etabliert, das je nach Einflussfaktoren etwa zwischen 12 und 25 € je Stallplatz und Jahr angesiedelt werden kann. Bei Sauen- und Milchviehställen gebe es bislang kaum Erfahrungswerte hinsichtlich der Pachtpreisgestaltung, so die Kammerberater.

Größere Nachfrage in Intensivgebieten

Die Nachfrage nach Pachtställen sei in viehintensiven Regionen meist höher als in Ackerbaugebieten. Dabei spiele für den potentiellen Pächter neben der Stallgröße auch die Entfernung vom eigenen Betrieb eine wichtige Rolle. Während reine Mastbetriebe eher an größeren Stallkapazitäten interessiert sind, können für Ferkelerzeuger auch kleinere Einheiten, die in der näheren Umgebung liegen, interessant sein. Bei steigenden biologischen Leistungen der Sauen könnten so zum Beispiel die notwendigen zusätzlichen Plätze in der Ferkelaufzucht bereitgestellt werden. (SB)
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