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Tierarzneimitteln seien in Thüringen "nicht entsprechend dem Gesetz" abgegeben worden. Dies sagte der Präsident der Thüringer Tierärztekammer und Vizepräsident der Bundestierärtzekammer, Dr. Uwe Landsiedel, in einem Gespräch mit der Thüringer Allgemeinen von heute. Dabei habe es sich zum Teil um Substanzen gehandelt, die bei Schlachttieren noch nicht zugelassen sind. Landsiedel geht nicht davon aus, dass Tiere auch mit illegalen Medikamenten gefüttert wurden. Die Abgabe von Mitteln sei illegal gewesen, nicht die Mittel selbst. "Da haben einige von uns versagt - neben den Bauern", zitiert das Blatt den Präsidenten. Er möchte für jedes Veterinäramt einen weiteren Tierarzt plus Sachbearbeiter einsetzen. Es könne aber auch eine Sonderkommission ins Leben gerufen werden. Die Landwirte, so Landsiedel, müssten sich zum gesundheitlichen Verbraucherschutz bekennen. Auf die Frage, ob die Landwirtschaftsfunktionäre diese Meinung teilten, antwortete Landsiedel: "Es mag eine Unterstellung sein. Aber was gegenwärtig passiert, haben viele Landwirte noch nicht begriffen". Landsiedel fordert eine deutliche Verschärfung des Arzneimittelrechts und ein eigenes Tierarzneimittelgesetz. Vergehen sollten mit hohen Bußgeldern belegt werden. (Bm)
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