Future Farming

Standard für Daten unerlässich

Die zunehmende Digitalisierung landwirtschaftlicher Betriebsabläufe – „Future Farming“ genannt – ermöglicht es, Daten und Informationen aus unterschiedlichen Maschinen zu vernetzen. "Daraus können dann neue Wirkungszusammenhänge identifiziert werden", erklärte Dr. Eberhard Nacke, Leiter Produktstrategie bei Claas, am heutigen Sonntag während des Pressegesprächs des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) auf der Agritechnica in Hannover.

Mit der Vernetzung von Daten biete sich die Chance, Mehrwert zu produzieren und Zusammenhänge in den verschiedenen Produktionsprozessen zu erschließen. Laut Nacke setzt dies aber voraus, dass die Vielfalt der Technik lernen muss, miteinander zu kommunizieren. "Eine komplizierte Technologie auf diesem Weg ist dabei hinderlich", so Nacke weiter. "Farming 4.0" steht aus seiner Sicht insgesamt gesehen erst am Anfang. 

„Die Kommunikation zwischen Maschinen muss standardisiert erfolgen, da diese Maschinen gewöhnlich von unterschiedlichen Herstellern kommen", forderte auch Hubertus Paetow, praktizierender Landwirt aus Mecklenburg-Vorpommern. Diese Voraussetzungen seien allerdings noch nicht überall vollständig gegeben“, monierte Paetow.

Daher stehe die Notwendigkeit der Kommunikations- und Datenstandardisierung ganz oben auf der Agenda zur Weiterentwicklung der digitalen Verfahren. „Ohne Schnittstellen, die einen Austausch von Daten unterschiedlichster Quellen und Anwendungen ermöglichen, wird die weitere Vernetzung nicht funktionieren“, ist sich Paetow sicher.

Großes Potenzial bietet die Digitalisierung für ihn auch im Segment des Betriebsmanagements. Damit der Betriebsleiter die komplexen Abläufe in seinem Unternehmen handhaben kann, braucht es Plattformen, die die Informationen zusammenfassen und verbinden. "Die Entwicklung dieser Plattformen steht erst am Anfang, auch wenn es bereits eine große Anzahl von Anbietern gibt, vor allem von großen Maschinenherstellern",  lautete sein Resümee. (Sz)
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