Starke Konzentration im Backgewerbe

Die Vermahlung von Weizen und Durum steigt, dagegen sinkt der Verbrauch von Roggenmehlen. Die Mühlenbranche ist weiter im Umbruch. Die Gesamtvermahlung in Deutschland steigt Jahr für Jahr und erreichte 2010/11 rund 8,4 Mio. t. Den Hauptanteil stellt mit rund 7 Mio. t Weizen. Seit Jahren sinkt die Roggenvermahlung und liegt nun bei rund 850.000 t. Dagegen steigt die Vermahlung von Hartweizen. Diese Griese würden vor allem für die beliebten Pastagerichte benötigt, erklärte Frank Plüschke, Geschäftsführer der Mühle Rüningen, am Dienstag in Hannover. Vor den Mitgliedern des Bundesverbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA) schilderte Plüschke die schwierige Situation der deutschen Mühlenbetriebe. Nicht nur die hohen Preise für Getreide belasteten die Margen. Auch von globalen Ereignissen wie dem Atomunfall im japanischen Fukushima und den Revolutionen in den afrikanischen Ländern seien die Mühlen betroffen. Plüschke, der auch für die Mühlen der Werhahn-Gruppe in Celle und Wunsdorf verantwortlich ist, nannte beispielsweise den Anstieg der Energiepreise als zusätzlichen Kostenfaktor. Auch der Mehlexport sei zurückgegangen. Durch diese Entwicklungen fehle es derzeit an Ansprechpartnern für neue Abschlüsse. 

Der Konzentrationsprozess bei den deutschen Mühlen setze sich fort und sei im Norden weiter fortgeschritten als im Süden, ist Plüschke überzeugt. "Wir stehen unter einem hohen Wettbewerbsdruck und sind umgeben von stark konzentrierten Strukturen im Lebensmitteleinzel- und Getreidehandel", sagte er. Viele Handwerksbäckereien würden aufgeben, das Backgewerbe konzentriere sich ebenfalls auf wenige Anbieter. (da) 
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