Start der EU-Agrarreform unsicher


Ein geordneter Zeitplan für die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) wird unwahrscheinlicher. Die Nervosität in Brüssel und Berlin nimmt zu. Solange der Mehrjährige EU-Finanzrahmen (MFR) nicht steht, ist auch nicht geklärt, wie hoch der künftige EU-Agraretat ausfallen wird. Nunmehr könnte es aber eng werden, ob der umfangreiche Zeitplan für die Umsetzung der GAP-Reform pünklich zum 1. Januar 2014 und vor allem mit den vorgesehenen Finanzmitteln starten kann.
 
"Die Reform der Direktzahlungen im Rahmen der GAP könnte sich bis 2015 hinziehen", zitiert Agra Europe London einen Vertreter der EU-Kommission. Dagegen könnten wie geplant die Förderprogramme und die Zahlungen der 2. Säule der GAP für Umweltschutzmaßnahmen ab 2014 starten", so das EU-Kommissionsmitglied, Gwilym Jones.

Allerdings müssten dafür die EU-Minister über die Ausgestaltung der 2. Säule im 1. Halbjahr 2013 eine Einigung finden. Jones hält es angesichts der sich hinziehenden Verhandlungen über den MFR für unwahrscheinlich, dass das gesamte GAP-Paket fristgerecht bis 2014 verabschiedet werden könne. 

Gerade beim Thema Direktzahlungen dürfte laut Jones, der dem Kabinett von
EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos angehört, noch viel Arbeit anstehen, bis alle EU-Länder einen Kompromiss über die künftige Höhe finden. (da)
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