Die Grundfutterernte konnte in einigen Regionen Deutschlands nicht zum gewohnten Termin stattfinden. Zudem haben die Qualitäten gelitten, zeigt eine Korrespondenten-Umfrage der agrarzeitung, die in der Print-Ausgabe dieser Woche erscheinen wird. Der Rheinische Landwirtschaftsverband (RLV) fordert Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt auf, sich für die Nutzung von Greening-Zwischenfrüchten bereits im Herbst einzusetzen. Viele Futterbaubetriebe haben Schäden an Mais und Grünlandflächen zu beklagen. Wie der Klimawandel bislang gut eingespielte Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und Tieren langfristig stört, testen Ökologen der Universität Hohenheim.

Beobachtet werden Veränderungen in den Pflanzengesellschaften, in den Insektenpopulationen und auch in den Bodenpilzen. Wie Pflanzenschädlinge und Bestäuber auf Trockenstress reagieren, ist recht gut bekannt, berichtet Landschaftsökologin Dr. Julia Walter von der Universität Hohenheim.

Sie hat für ihre Experimente über 120 Grünland-Soden ausgestochen und etwa 900 Graslandgemeinschaften, Monokulturen und Einzelpflanzen angesät. Alle wachsen in 30 cm hohen Töpfen. „Nun stellen wir in den Töpfen fünf verschiedene Wasserstände ein – von sehr trocken bis extrem nass. Außerdem untersuchen wir die Auswirkung von gepulstem Stress im Vergleich zu chronischem, indem wir komplette Überschwemmung oder auch Dürre für einen kurzen Zeitraum von rund drei Wochen etablieren“, erklärt die Wissenschaftlerin.

Bereits seit Anfang 2015 läuft das Forschungsprojekt „Folgen extremer Regenereignisse für biotische Interaktionen im Grünland: Die Bedeutung von Saisonalität und Häufigkeit von Staunässe“. Bis Mitte 2019 ist die Kooperation der Universität Hohenheim mit der Ruhr-Universität Bochum angelegt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Vorhaben mit 294.220 €. (brs)
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