Stegen setzt auf Dialog


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Fritz Stegen, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, ist als Landwirt in das Visier von Gentechnik-Gegnern geraten, weil er auf seinem Hof eine Parzelle für die Wertprüfung von gentechnisch verändertem Mais zur Verfügung stellt. Der Bioland-Landesverband Niedersachsen fordert Stegen auf, die Parzelle, die gestern ausgesät worden ist, wieder unterzupflügen. "Nur so kann Herr Stegen als Kammerpräsident seiner Verantwortung gegenüber der Gesamtheit der Landwirtschaft gerecht werden", argumentiert Bioland. Stegen sieht das anders. "Es geht nicht um einen flächendeckenden Anbau. Wir beteiligen uns lediglich als Landwirtschaftskammer an dem gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren", verteidigt sich der Kammerpräsident in einem Gespräch mit der Agrarzeitung Ernährungsdienst. Denn in Niedersachsen sei die Kammer der regionale Partner des Bundessortenamtes und stelle Wertprüfungsstandorte zur Verfügung - und das selbstverständlich auch für gentechnisch veränderte Sorten. Bei dem Versuch auf seinem Hof handelt es sich um eine 300 m² große Parzelle. Geprüft wird eine seit fünf Jahren in der EU ohne Einschränkungen zugelassene Sorte.

Stegen hat sich jetzt mit der Spitze der niedersächsischen Bioland-Organisation für ein Gespräch verabredet. "Wir werden einen gemeinsamen Weg suchen, wie Koexistenz möglich ist", betont Stegen. Dies müsse auch im Interesse von Bioland sein. "Wenn ich Biobauer wäre, würde ich mich darauf einstellen, dass in zwei bis fünf Jahren in Deutschland gentechnisch veränderte Sorten in größerem Stil angebaut werden." Bis dahin gelte es, gemeinsam sinnvolle Abstandsregeln und Grenzwerte zu definieren. Seine Versuchsparzelle wird Stegen übrigens unterpflügen, aber erst nach Abschluss des Versuches, wie er gegenüber der Agrarzeitung Ernährungsdienst versichert. (db)

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