Steuer auf Biodiesel begrenzt Eiweißfutterproduktion

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Das Inkrafttreten der zweiten Steuerstufe auf Biodiesel und Pflanzenöl zu Beginn dieses Jahres wirke sich nicht nur auf den Absatz dieser Kraftstoffe aus, sondern betreffe inzwischen auch die Produktion von Eiweißfuttermitteln. Das jedenfalls schreibt Peter Schrum, Präsident des Bundesverbandes Biogene und Regenerative Kraft- und Treibstoffe (BBK) in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Wirtschaftsminister Michael Glos und Landwirtschaftsminister Horst Seehofer. Die derzeitige Besteuerung, so Schrum, führe auch bei den, dem Biokraftstoffmarkt vorgelagerten Ölmühlen zu wirtschaftlichen Einbrüchen. Rund 70 Prozent der hiesigen Ölmühlen müssten ihren Betrieb einstellen. Bei Biodiesel stünden in Deutschland zur Zeit sogar 85 Prozent der Kapazitäten still. Nach Ansicht des BBK-Vorsitzenden würden deshalb künftig große Mengen des hierzulande angebauten Rapses in Länder wie Österreich, Tschechien und die USA exportiert, weil dort wirtschaftlichere Absatzmöglichkeiten im Nahrungs- und Kraftstoffbereich gegeben seien. Damit, so Schrum, könnten die deutschen Ölmühlen nicht mehr dazu beitragen, den Bedarf an Eiweißfuttermitteln in Form von Rapsschrot zu decken. (HH)
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