Stickstoffsalden in Raps sind zu hoch


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Die optimale Stickstoffdüngung in Raps lässt sich schwer auf eine allgemein gültige Formel bringen, die Landwirte anwenden können. Stickstoffexperten und Pflanzenbauberater stellten heute auf dem ersten Rapool-Symposium an der Universität in Göttingen ihre Versuche und Ergebnisse zur Rapsdüngung vor. Stickstoff habe für Raps im Vergleich zu Getreide eine höhere Ertragsrelevanz. Das Problem sei jedoch, dass Raps Stickstoff nur schlecht verwerte. Dies führe zu hohen N-Bilanzsalden von bis zu 80 kgN/ha, erklärte Dr. Wilfried Schliephake von der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Dies werde Landwirte spätestens in einem Jahr vor große Probleme stellen. Von 2009 bis 2011 verlangt die Düngeverordnung eine schrittweise Senkung der Stickstoffbilanz von 90 auf 60 kgN/ha. Schliephake rät Landwirten, vor der Rapsdüngung im Frühjahr den N-Bedarf besonders genau zu ermitteln, um eine Überdüngung zu vermeiden. Dazu eignen sich Nmin-Untersuchungen. Zudem sollten Landwirte die N-Menge in der oberirdischen Frischmasse bestimmen und bei der N-Düngung berücksichtigen. Besonders auf leichten Böden und in Regionen mit Vorsommertrockenheit sei eine verhaltene Andüngung von Vorteil, um üppige Bestände zu vermeiden. Der Düngefachmann rät zu einer zweiten N-Gabe im Raps nach Vegetationsbeginn im April. (da)
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