Am kommenden Dienstag wird das Landgericht (LG) Hannover erstmals über die Schadenersatzklage der August Storck AG verhandeln. Der Süßwarenhersteller verlangt laut Sitzungsvorschau des Gerichtes 85 Mio. € von den drei Zuckerherstellern wegen kartellbedingt überhöhter Preise, berichtet die Lebensmittelzeitung.

Es handelt sich bei der Storck-Klage um die bislang größte Einzelforderung, die im Komplex Zuckerkartell-Schadensfälle vor Gericht geltend gemacht wird. Eine Streitgemeinschaft der Unternehmen Bauer, Ehrmann und Zentis fordert vor dem LG Köln 118 Mio. Euro. Nestlé verlangt vor dem LG Mannheim 50 Mio. Euro Schadenersatz wegen kartellbedingter Preisaufschläge.
Beim LG Hannover sind nach LZ-Informationen derzeit insgesamt neun Verfahren gegen die Zuckerkartellanten anhängig – darunter auch eine des Großflächendiscounters Kaufland, der einen Schaden in Höhe von 24 Mio. Euro geltend macht. Die 18. Kammer des LG Hannover gilt seit ihrem Urteil gegen das Schienenkartell im Mai 2015 unter Anwälten als „klägerfreundlich". (az)
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