Strafe für Vitaminkartell auch in der EU


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Drastische Strafen in Höhe von 855 Mio. Euro hat die EU-Kommission gestern in Brüssel gegen acht verschiedene Hersteller von Vitaminen festgesetzt. Ihnen wird vorgeworfen, zwischen 1989 und 1999 durch Preisabsprachen die Verkaufspreise von Vitaminen künstlich hochgehalten zu haben. Der Schweizer Konzern Hoffmann La Roche soll das Vitaminkartell hauptsächlich organisiert und am meisten davon profitiert haben. Hoffmann La Roche muss deshalb 462 Mio. Euro Strafe an die EU-Mitgliedstaaten zahlen. BASF, der zweitgrößte Vitaminproduzent, soll laut Kommission ebenfalls eine herausragende Rolle bei der Absprache gespielt haben und muss nun mit 296 Mio. Euro büßen. Rhône Poulenc, das jetzt zu Aventis gehört, wurde die Strafe zum Teil erlassen, weil das Unternehmen der Kommission Beweise für die Preisabsprachen geliefert hatte.

Die Absprachen bezogen sich auf die als Bulk-Ware vertriebenen synthetischen Substanzen, die in Lebensmitteln, Futtermitteln und Pharmazeutika verwendet werden. In Europa wurden die zur Debatte stehenden Vitamine 1998 im Wert von 800 Mio. Euro abgesetzt. Bisher wurden Unternehmen noch nie mit Strafen in solcher Höhe wegen Preisabsprachen in der EU belangt. (Mö)
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