1

Eine Kontroverse hat sich am Sortenversuch mit insektenresistentem Bt-Mais auf einer Fläche von 162m² des Landwirtschaftsamtes Augsburg/Friedberg, Stadtbergen, bei Günzburg entzündet. Über eine mangelhafte Information der Öffentlichkeit klagt Roland Weber vom Biokreis e.V. - Verband für ökologischen Landbau und gesunde Ernährung, Passau. Dr. Joachim Eder, Leiter der Arbeitsgruppe Mais am Institut für Pflanzenbau und -züchtung der Landesanstalt für Landwirtschaft in Weihenstephan, sieht die Sachlage ganz anders: Zwar seien die umliegenden Landwirte nicht in Kenntnis gesetzt worden und die Öffentlichkeit könnte auch den im Standortregister eingetragenen Feldern keine Namen von Verantwortlichen zuordnen. Doch sei durch eine Pressemitteilung des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums in München, in der die geplanten Versuche beschrieben seien, der Informationspflicht durchaus Genüge getan. So weist er den Vorwurf Webers, bewußte Geheimhaltung zu betreiben, vehement zurück.

Auch die täglich wachsenden Proteste, von denen sein Kontrahent spricht, sind Eder zufolge maßlos übertrieben. Seiner Meinung nach stünden die Landwirte dem GVO-Anbau eher gleichgültig gegenüber und nicht ablehnend. Eder hält darüber hinaus den Sicherheitsabstand von über hundert Metern zu benachbarten Feldern, der über die Empfehlung von 20 Metern hinaus geht, für ausreichend. Nach Ansicht von Weber sind dagegen die Risiken für die Koexistenz in einem einjährigen Versuch nicht abzuschätzen. Und außerdem bestünde keine Notwendigkeit, GVO-Sorten anzubauen, weil beispielsweise der Maiszünsler in der Region kaum verbreitet sei. (Nas)

stats