Die Großmolkerei Zott aus Meitingen im Donau-Ries sucht neue Milchlieferanten im Oberallgäu. Das Landgericht Kempten hat jetzt jedoch durch eine einstweilige Verfügung Informationsveranstaltungen untersagt. Erwirkt hat die Verfügung die Berbauern-Genossenschaft, die zur Allgäuland-Käserei gehört. Damit ist ein vorläufiger Höhepunkt im Streit um rund 900 Milcherzeuger zwischen den Kontrahenten erreicht. Zott will die Bauern im Oberallgäu dazu bewegen, ihren Abnehmer zu wechseln. Die Großmolkerei bietet den Erzeugern langfristig einen höheren Milchpreis. Gegen diese Strategie wehrt sich Allgäuland und spricht von einem Verstoß gegen geltendes Wettbewerbsrecht.

Den Argumenten von Allgäuland schloss sich nun das Landgericht Kempten an (AZ 21O452/10). Ein Sprecher der Bergbauern-Genossenschaft räumte indes ein, dass der ausgezahle Milchpreis an die Bauern bei Allgäuland im vergangenen Jahr etwa zwei Cent je Kilo unter dem üblichen Preis gelegen habe. Diese Differenz wolle man aber im laufenden Jahr wieder ausgeleichen. Bei einem Wechsel der Bauern zu Zott wäre die Existenz des genossenschaftlichen Milchverarbeiters gefährdet. (HH)  
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