Das Bundesagrarministerium will die Nulltoleranz von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) bei Saatgut beibehalten. Agrarpolitiker von CDU und FDP fordern eine Öffnung. Der Parlamentarische Staatssekretär des Bundeslandwirtschaftsministeriums Gerd Müller bekräftigte heute im Bundestag, dass sein Haus an der Nulltoleranz für GVO bei Saatgut festhalten will. In einer dringlichen Fragerunde befragten die Parlamentarier Müller zu den Konsequenzen aus der Verunreinigung von Maissaatgut mit einer GV-Maissorte in diesem Jahr. Die Agrarsprecher von FDP und CDU, Christel Happach-Kasan und Peter Bleser, fordern allerdings einen höheren Schwellenwert für die Vermischung von Saatgut. „Die Nulltoleranzregelung der EU für dort nicht zugelassene GV-Sorten ist nicht praktikabel und muss endlich praxisgerecht ausgestaltet werden", sagte Bleser. Happach-Kasan brachte im Gespräch mit agrarzeitung.de einen Toleranzwert je nach Kulturart von 0,3 bis 0,7 Prozent ins Spiel. An der Nulltoleranz festhalten wollen auch die Oppositionspolitiker von SPD, Grünen und Linken.

Staatssekretär Müller sieht indes keine Konsequenzen, die das Agrarministerium aus der Saatgutvermischung von Mais ziehen müsse. Die Bundesländer wären verantwortlich für die Saatgutkontrollen und die Lösung des aktuellen Vermischungsproblems. Seit dem Wochenende ist klar, dass auf bis zu 3.000 ha in sieben Bundesländern Mais heranwächst, der mit GV-Maissorte NK 603 verunreinigt ist.  (sta)
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