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In Russland werden keine saisonalen Sonderzölle für die Importe von Rohzucker eingeführt, die über festgelegte Tarifkontingente hinausgehen. Das hat jetzt der Regierungsausschuss für Schutzmaßnahmen im Außenhandel und Zolltarifpolitik entschieden. Die regelmäßige Abgabe hierfür beträgt 30 Prozent des Zollwertes bei einer Mindestgrenze von 0,09 €/kg. Die vorgeschlagene saisonale Erhöhung auf 40 Prozent, aber mindestens 0,11 € /kg wurde vom Ausschuss als nicht zweckmäßig abgelehnt, teilte dessen Geschäftsführer, Andrej Kuschnirenko, vor Journalisten in Moskau mit.

Der russische Agrarproduzentenverband kritisierte die Entscheidung. Nach Darstellung des Vizepräsidenten des Verbandes, Wladimir Naumow, werde der Bedarf des Landes an Rohzucker durch die Einfuhren im Rahmen des zollbegünstigten Kontingents von 3,65 Mio. t voll gedeckt. Daher würde der Verzicht auf die Einschränkung von weiteren Importen zur Fortsetzung der rückläufigen Tendenz bei Anbau und Verarbeitung von heimischen Zuckerrüben führen. Naumow schloss nicht aus, dass die Gouverneure von wichtigen Erzeugerregionen den Beschluss des Regierungsausschusses im Parlament anfechten würden. (pom)
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