Das Clariant-Labor in München
-- , Foto: Clariant
Das Clariant-Labor in München

Das Bundesumweltministerium (BMUB) und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) haben gemeinsam den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt verliehen. Umweltministerin Barbara Hendricks und Holger Lösch, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung zeichneten am Mittwochabend Preisträger in sechs Kategorien aus.

In der Kategorie „Prozessinnovationen für den Klimaschutz“ wird die Clariant Produkte GmbH ausgezeichnet. Das Unternehmen entwickelte ein Verfahren zur klimafreundlichen und nachhaltigen Herstellung von Zellulose-Ethanol aus Agrarreststoffen. Die Pilotanlage befindet sich in Straubing.

Clariant und Wilhelms
Zur Clariant Produkte GmbH gehört das Biotech & Renewables Center mit Standorten in München und Straubing. In München tüfteln die Clariant-Mitarbeiter an Lösungen zur Biokatalyse und Bioraffinerie. In der „Sunliquid"-Pilotanlage am zweiten Clariant-Standort Straubing soll künftig im industriellen Maßstab aus faserreichen Rohstoffen Ethanol gewonnen werden.

Die Wilhelms GmbH aus Garrel im Nordwesten Niedersachsens produziert Endomykorrhiza-Pilze und Bodenbakterien, die Pflanzen helfen, Nährstoffe und Wasser effizienter zu nutzen. Der großflächige Einsatz scheiterte bisher am unwirtschaftlichen Herstellungsprozess der Pilze. Durch ein zum Patent angemeldetes Verfahren kann Wilhelms nun Mikroorganismen für Kulturen wie Mais, Kartoffeln, Soja und Grünland anbieten.
Ein weiterer für die Landwirtschaft interessanter Preisträger ist die Wilhelms GmbH. Sie hat ein massenproduktionstaugliches Herstellungsverfahren für Bodenmikroorganismen entwickelt. Mit der Zugabe der Pilzsporen zum Saatgut kann Dünger eingespart werden. Die Jury erteilte eine Auszeichnung in der Kategorie „Umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen.“

Weitere Preise gingen an eine innovative Erdwärmesonde und ein besonders gut leitendes Stromkabel sowie für Solartechnologie für Entwicklungs- und Schwellenländer. Schließlich erhielt ein Fischlift einen Sonderpreis. Diese Aufstiegshilfe für Fische dient dem Erhalt der biologischen Vielfalt, befand die Jury.

Die Auszeichnungen werden in diesem Jahr zum fünften Mal gemeinsam von BMUB und BDI vergeben. Das Preisgeld beträgt 25.000 Euro. Ausgewählt wurden die Preisträger von einer hochrangig besetzten Jury unter Vorsitz von Prof. Klaus Töpfer. (db/SB)
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