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Die Auswirkungen der BSE-Krise haben die strukturellen Defizite im Schlachthofsektor Deutschlands noch deutlicher zu Tage treten lassen, so Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Bonn. "Strukturanpassungen haben jetzt Priorität", sagte Nüssel gestern beim Wissenschafts-Kongress zu BSE und MKS in Berlin. In keinem Land Europas gebe es im Verhältnis zur Erzeugung so viele Schlachtbetriebe wie in Deutschland. Hierzulande verfügten über 300 Betriebe über eine EU-Zulassungsnummer. Mangelnde Kapazitätsauslastung sei eine der Folgen. Die Branche sei bestrebt, größere Einheiten zu schaffen, um so die steigenden Anforderungen an Hygiene und Qualität, aber auch an Schlachttechnik erfüllen zu können. Der DRV-Präsident sei zuversichtlich, dass Qualitäts- und Herkunftssicherung durch eine stufenbezogene, gleichzeitig aber durchgängige Dokumentation und Kontrollsystematik für alle an der Fleischproduktion und -vermarktung beteiligten Stufen erreicht werden kann und soll. Begriffe wie Transparenz, Rückverfolgbarkeit und Produkthaftung müssten mit Leben erfüllt werden. Dazu zähle der Ausbau von vertraglichen Bindungen vom Erzeuger bis zum Vermarkter. (ED)
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