Strukturwandel hat sich in Bayern verlangsamt

Der Strukturwandel in der bayerischen Landwirtschaft hat sich verlangsamt. Während die Zahl der Betriebsaufgaben Anfang des Jahrzehnts bei jährlich rund drei Prozent lag, betrug sie zuletzt 1,9 Prozent, sagte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner bei der Vorlage des Agrarberichts am heutigen Mittwoch im bayerischen Landtag. Im vergangenen Jahr gab es im Freistaat noch rund 113.000 landwirtschaftliche Betriebe mit einer Größe von über zwei Hektar. Die Durchschnittsgröße pro Betrieb liegt bei 28,4 ha. Etwa 46 Prozent der Betriebe werden im Haupterwerb geführt, 54 Prozent im Nebenerwerb. Die Haupterwerbsbetriebe haben im Wirtschaftsjahr 2008/2009 einen durchschnittlichen Gewinn von 34.100 € erzielt. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Bayern beträgt 3,2 Mio. ha. Seit 1980 wurden rund 318.000 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche durch Siedlungs- und Verkehrsprojekte der Nutzung entzogen. 

Nach Aussagen des Ministers suchen immer mehr junge Menschen eine berufliche Zukunft in der Landwirtschaft. Dies zeige, "dass die Agrarberufe attraktiv sind wie selten zuvor". Nahezu 750 angehende Landwirte hatten im vergangenen Jahr ihre Ausbildung begonnen - so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr. Im vergangenen Jahr wurden im Freistaat rund 5.400 Menschen in einem Agrarberuf ausgebildet. 

Der bayerische Agrarbericht wird alle zwei Jahre erstellt. Kernelemente des Berichts bilden die wirtschaftliche Lage der Landwirtschaft und die Agrarstrukturentwicklung sowie die Fördermaßnahmen. (HH)  
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