Wissenschaftler bescheinigen dem chemischen Pflanzenschutz eine günstige Treibhausgasbilanz. Eine Studie beziffert den Gewinn für die deutsche Landwirtschaft. Klimaeffekte des Pflanzenschutzes in Deutschland hat eine Forschergruppe um Prof. Harald von Witzke von der Berliner Humboldt-Universität untersucht. Die Wissenschaftler haben für Fungizide errechnet, dass ein kompletter Ersatz nahezu die 12-fache Menge an Treibhausgasen freisetzen würde. Denn ohne Fungizide kämen zur Herstellung der gleichen Menge Ernteguts andere Produktionsfaktoren auf zusätzlichem Ackerland zum Einsatz, lautet die Argumentation.

Das Forschungsvorhaben zum gesamtgesellschaftlichen Nutzen des Pflanzenschutzes ist mehrstufig. Der 1. Teil ist bereits Anfang Dezember veröffentlicht worden. Er beurteilt den volkswirtschaftlichen Nutzen. Für Deutschland haben die Wissenschaftler um von Witzke errechnet, dass allein der Wegfall der Fungizide in Deutschland einen Wohlfahrtverlust in Deutschland von rund 870 Mio. € zur Folge hätte. Der Industrieverband Agrar (IVA) unterstützt die Forschungsreihe. (az)
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