Einen begrenzten Einfluss auf die Weltmarktpreise für Agrarrohstoffe bescheinigt eine neue Studie den Biokraftstoffen. Als Sündenbock für Hunger sollen sie nicht herhalten. Der Gießener Agrarökonom Prof. Michael Schmitz widerspricht zudem dem Vorurteil, dass hohe Agrarpreise grundsätzlich schaden. „Die einfache Formel ‚Hunger entsteht durch hohe Preise auf den Weltagrarmärkten` ist falsch", stellt er in seiner neuen Studie fest, von der erste Ergebnisse heute in Berlin präsentiert worden ist. Schmitz weist darauf hin, dass sich die Menschen in vielen armen Ländern nicht von international handelbaren Gütern ernähren. „Sie greifen auf im Lande hergestellte, nicht-handelbare Nahrungsmittel zurück, wie Cassava, Sorghum und Hirse. Deshalb sind sie von den Vorgängen am Weltmarkt kaum betroffen".

In seiner Analyse hat Schmitz zwar einen Einfluss der Produktion von Biokraftstoffen auf die Preise an den Agrarrohstoffmärkten nachweisen können. Er weist jedoch auf die großen wissenschaftlichen Unsicherheiten hin. Deswegen wehrt sich der Gießener Agrarökonom dagegen, Biodiesel und Bioethanol als „Sündenbock für steigende Weltagrarpreise abzustempeln." Er kommt zu dem Schluss: „Die weltweite Nachfrage nach Biodiesel und Bioethanol ist weder ursächlich noch maßgeblich für den globalen Hunger." (az)
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