Subventionen sollen beim Landwirt ankommen

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Die landwirtschaftlichen Subventionen sollten weltweit möglichst in vollem Umfang entkoppelt werden, forderte Prof. Stefan Tangermann von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Paris, heute auf dem Coceral-Kongress in Berlin. Seit der Uruguay-Runde des Gatt sei das Subventionsniveau in den OECD-Ländern kaum verringert worden. 32 Prozent des landwirtschaftlichen Einkommens würden die Landwirte aus staatlicher Unterstützung beziehen. Allerdings habe sich die produktionsabhängige Subvention von 85 auf 75 Prozent verringert. Diese komme nur zu etwa 25 Prozent beim Landwirt an, sagte Tangermann. Der Rest werde an Verpächter und Betriebsmittellieferanten weitergereicht und durch Effizienzdefizite aufgezehrt.

Bei einer vollständigen Entkoppelung seien dagegen zu 50 Prozent die Landwirte die Nutznießer der Unterstützung. Der Rest werde fast ausschließlich an die Verpächter weitergereicht. Tangermann rät der Politik, die Entkoppelung weiterzuentwickeln, Förderziele genau zu definieren und Maßnahmen zielgerichtet auszugestalten. Insgesamt sollte das Subventionsniveau gesenkt werden. Viele OECD-Länder seien von diesen Zielen noch recht weit entfernt. (BS)

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