Subventionen vergrößern Preisausschläge

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Schwellenländer wie China und Indien oder Russland und die Ukraine stützen ihre Agrarwirtschaft zwar mit weitaus weniger Geld als viele Industrieländer, die Subventionen lähmen jedoch Marktkräfte. Die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD in Paris hat die Agrarstützung wichtiger Schwellenländer unter die Lupe genommen. Der Umfang der Subventionen unterschreitet bei weitem den Durchschnittswert, den die OECD regelmäßig für die Industrieländer ermittelt. Problematisch ist nach Ansicht der Organisation jedoch, dass die Agrarstützung in den Schwellenländern überwiegend marktstörend wirkt. Sie schadet besonders in Hochpreisphasen, stellt die OECD fest. Exportbeschränkungen wichtiger Erzeugungsländer wie China, Indien, Russland oder der Ukraine haben im Jahr 2008 den Preisanstieg auf den Weltmärkten zusätzlich angeheizt, analysiert die Organisation. Gleichzeitig ist mit den Exportstopps das Preisniveau im Inland gedämpft worden. Dies wiederum hat nach Einschätzung der OECD kaum Anreize für Landwirte gegeben, die Erzeugung in den jeweiligen Ländern schnell auszudehnen.

Außerdem beurteilt die OECD die anhaltenden Importbeschränkungen Russlands und der Ukraine für Fleisch äußerst kritisch. Auch Subventionen für Betriebsmittel, wie sie etwa in China gewährt werden, hätten vor allem dazu geführt, dass Düngemittel ineffizient und teilweise umweltbelastend eingesetzt werden. Die OECD hat heute ihren Bericht „Agricultural Policies in Emerging Economies 2009“ in Paris vorgestellt. Er analysiert die Agrarpolitik in China, Indien, Russland und der Ukraine sowie in den südamerikanischen Ländern Brasilien und Chile sowie Südafrika. (db)

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