Personalkarussell

Südzucker räumt auf


Die Mannheimer Südzucker-Zentrale
-- , Foto: Südzucker
Die Mannheimer Südzucker-Zentrale

Den Abgang zweier Vorstände haben die beiden Unternehmen Südzucker AG und Cropenergies AG heute verkündet. Bei Südzucker verlässt der bisher für Technik sowie Forschung und Entwicklung verantwortliche Vorstand Dr. Lutz Guderjahn das Unternehmen. Seine Aufgaben werden von den übrigen vier Vorstandsmitgliedern Dr. Wolfgang Heer, Dr. Thomas Kirchberg, Thomas Kölbl und Johann Marihart übernommen, heißt es in der Zentrale Mannheim.

Seit Anfang an dabei
Dr. Lutz Guderjahn (49) und Dr. Marten Keil (45) haben Cropenergies seit der Gründung begleitet. Guderjahn war Geschäftsführer des Vorläuferunternehmens Südzucker Bioethanol GmbH in Zeitz, das 2006 als Cropenergies an die Börse gebracht worden ist. Keil gehörte bei der Südzucker AG ab 2005 zum Bioethanol-Team. Als Guderjahn 2012 in den Vorstand der Südzucker AG eintrat, folgte ihm Keil als Vorstand der Cropenergies. Das auf die Herstellung von Bioethanol spezialisierte Unternehmen hat in den zehn Jahren seines Bestehens die Standorte um das belgische Wanze sowie das französische Loon-Plage erweitert. Der jüngste Zukauf war das Ensus-Werk in England, das Cropenergies seither hohe Verluste beschert. (db)
Guderjahn war außerdem Mitglied und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats des Südzucker-Tochterunternehmens Cropenergies AG. Dieses Mandat hat Guderjahn ebenfalls mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Außerdem hat Cropenergies den Vorstand umgebaut und erweitert. Joachim Lutz ist zum Sprecher ernannt. Dr. Marten Keil hat dagegen sein Vorstandsmandat mit sofortiger Wirkung niedergelegt und seine Tätigkeit für das Unternehmen beendet.

Operativ in schwierigem Fahrwasser

Begründungen zu den personellen Veränderungen gibt es weder in der Zentrale der Südzucker AG noch der Cropenergies AG. Nahe liegt der Zusammenhang zu den Gewinnwarnungen, die beide Unternehmen kürzlich veröffentlicht haben. In die roten Zahlen gerutscht ist Cropenergies. Das Unternehmen erwartet im Ende Februar beendeten Geschäftsjahr 2014/15 operative Verluste von 11 Mio. € nach einem Plus von 35 Mio. € im Vorjahr. Davon ist auch das Mutterunternehmen Südzucker betroffen, das zudem unter den niedrigen Preisen am Zuckermarkt leidet. Südzucker rechnet für 2014/15 mit einem Rückgang des operativen Konzernergebnisses auf rund 180 (622) Mio. €. Hinzu kommen Verluste aus Restrukturierung und weitere belastende Sondereinflüsse. Beide Unternehmen haben bereits angekündigt, dass die Perspektiven für das laufende Geschäftsjahr eher noch ungünstiger sind. Cropenergies und Südzucker werden ihre endgültigen Ergebnisse für das Wirtschaftsjahr 2014/15 in drei Wochen veröffentlichen. (db)
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