Südzucker weist die Forderungen von Vivil zurück.
-- , Foto: Thomas Kauffelt/Südzucker
Südzucker weist die Forderungen von Vivil zurück.

Vivil fordert 1,3 Mio. € Schadenersatz von Südzucker. Zur Begründung führt der Bonbonhersteller überhöhte Preise wegen des Zuckerkartells an. Zum Prozessauftakt heute in Mannheim hatte der Richter eine gütliche Einigung vorgeschlagen. Darauf wollten sich jedoch beide Unternehmen nicht einlassen, wie mehrere Medien berichten.

Die Anwälte von Vivil beantragten laut SWR, bis Anfang nächsten Jahres Zeit für ein eigenes Gutachten zu bekommen. Am 7. August will das Gericht über den Antrag entscheiden. Südzucker wiederum wies die Schadenersatzforderungen zurück und berief sich auf ein eigenes Gutachten, das 200 Seiten umfasst. Dieses komme zum Ergebnis, dass es keinen kartellbedingten Preisaufschlag gegeben habe, berichteten mehrere Medien.

Weitere Unternehmen wollen klagen

Drei Beteiligte
Im vergangenen Jahr hatte das Bundeskartellamt Südzucker, Pfeifer & Langen und Nordzucker der Preisabsprache überführt. Über 15 Jahre sollen den Kunden zu hohe Preise für Zucker in Rechnung gestellt worden sein. Das Kartellamt hatte wegen der illegalen Absprachen bereits ein Millionen-Bußgeld verhängt. (az)
Der Prozess in Mannheim wird von der Lebensmittelbranche mit großem Interesse verfolgt. Weitere Unternehmen prüfen bereits eine Klage, beim Landgericht Mannheim liegen nach Informationen des Handelsblattes zwei weitere Klagen. Fruchtgummihersteller Katjes fordere ebenfalls eine Entschädigung von Südzucker in Millionenhöhe, Marmeladenhersteller Göbber erhebe in Hannover Klage gegen die beiden anderen am Kartell beteiligten Unternehmen Nordzucker und Pfeifer & Langen.

Die Südzucker AG hat zwar in ihrer jüngsten Bilanz eine Rückstellung gebildet, um mögliche Ansprüche zu befriedigen. Beobachter gehen aber davon aus, dass dieser Betrag nicht ausreichen könnte, um alle Schadenersatzansprüche zu begleichen. (az)
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