In seiner Rede vor der Hauptversammlung in Mannheim schwor Südzucker-Vorstand Dr. Norbert Heer am Donnerstag die Aktionäre auf schwierige Zeiten ein. "Mit dem Ende der Zuckerquoten im Jahr 2017 werden Mengen- und Preisschwankungen des Zucker-Weltmarkts deutlich stärker als bisher durchschlagen", sagte Heer und verwies auf ersten Auswirkungen, die bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 spürbar waren.

Nun wolle das Unternehmen seine Marktanteile in der EU ausbauen. Dies soll gemeinsam mit dem englischen Partner ED&F Man, an dem Südzucker mit knapp 25 Prozent beteiligt ist, geschehen. Zum anderen stünde die gesamten Kostenstrukturen auf den Prüfstand. Die Prozesskette vom Acker bis zum Kunden werde kritisch analysiert. Rübenlandwirte müssten sich auf ein noch flexibleres Rübenbezahlungssystem einstellen, kündigte der Südzucker-Chef an. Auch die Personalkosten werden auf den Prüfstand gestellt. Doch versicherte Heer, "sozialverträglich und mit dem notwendigen Augenmaß zu agieren." 

Der Südzucker-Vorstand beruft sich auch auf Expertenprognosen, die auf lange Sicht einen deutlichen Anstieg des globalen Zuckerverbrauchs erkennen, der allerdings überwiegend durch Rohrzucker zu decken sei. "Vor diesem Hintergrund beschäftigen wir uns auch verstärkt mit der Entwicklung von Projekten außerhalb Europas."

Die Aktionäre geben sich mit einer Dividende für das Geschäftsjahr 2013/14 von 50 Cent je Aktie zufrieden. Insgesamt steht eine Ausschüttungssumme in Höhe von 102 Mio. € zur Verfügung. Für das laufende Geschäftsjahr 2014/15 (März/Februar) wird ein Umsatz von 7 Mrd. € angepeilt und ein operatives Ergebnis von 200 Mio. € nach 622 Mio. € im Vorjahr. (da)
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