Schadenersatz

Südzuckeraktie auf Talfahrt


Die Südzucker-Aktionäre sind verunsichert. Am Morgen brach die Aktie um 8 Prozent auf 11,47 € ein. Im Laufe des Tages stieg der Kurs wieder leicht an, doch auch am späten Nachmittag stand gegenüber dem gestrigen Schlusskurs noch immer ein dickes Minus von fast 7 Prozent.

Auslöser für den Kursrutsch ist ein Bericht im heutigen Handelsblatt. Darin wird über Schadenersatzforderungen in Höhe von bis zu 3 Mrd. € gegen die drei am Zuckerkartell beteiligten Unternehmen Südzucker, Nordzucker und Pfeifer & Langen spekuliert. Als mit Abstand größte Zuckerproduzent würde Südzucker auch für einen entsprechend großen Teil des Schadens aufkommen müssen. Eine Klage des Süßwarenherstellers Vivil soll ab Anfang Juli vor dem Landgericht Mannheim verhandelt werden.

Im vergangenen Jahr hatte das Bundeskartellamt die drei Unternehmen der Preisabsprache überführt. Über 15 Jahre sollen den Kunden zu hohe Preise in Rechnung gestellt worden sein. Die Geschädigten könnten nun vor Gericht gehen oder versuchen, sich in außergerichtlichen Vergleichen das zu viel gezahlte Geld zurückzuholen. Zwar hat die Südzucker AG in ihrer jüngsten Bilanz 133 Mio. Euro zurückgestellt, um mögliche Ansprüche zu befriedigen. Beobachter gehen aber davon aus, dass dieser Betrag nicht ausreichen könnte, um alle Schadenersatzansprüche zu begleichen. (SB)
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