Süßwarengeschäft mit bitterem Nachgeschmack


Hohe Zuckerpreise belasten die Hersteller von Süßwaren. Das Exportgeschäft ist rückläufig.

Erhebliche Preissteigerungen bei Rohstoffen und Energie und der scharfe Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel belasteten im Jahr 2012 die Ertragslage der rund 220 industriellen Hersteller deutscher Süßwaren und Knabberartikel. „Die Unternehmen sind zunehmend in einer „Sandwich-Position“ zwischen wenigen Rohstofflieferanten, vor allem der Zuckerindustrie", meldet der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI).

Besonders stark fielen 2012 die Preiserhöhungen bei Zucker, Glukose, Mehl, Butter, pflanzliche Öle und Fette aus. Wettbewerber auf dem Weltmarkt könnten Zucker weitaus günstiger als EU-Hersteller beziehen.

Grund sei der durch Zölle abgeschottete EU-Zuckermarkt. Die Versorgungsengpässe und Rohstoffpreissteigerungen im EU-Zuckermarkt hätten im Jahr 2012 zu Betriebsschließungen und Übernahmen in der Süßwarenindustrie beigetragen.

Erneut bekräftigte der Verband seine Forderung, den stark regulierten Zuckermarkt dringend zu reformieren. Die Zuckerquote müsste, wie in der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik vorgesehen, abgeschafft werden. 

Den Umsatz der deutschen Südwarenproduktion schätzt der BDSI für 2012 auf 12,5 Mrd. €, ein Rückgang um 0,3 Prozent. Insgesamt wurden schätzungsweise 1,68 Mio. t Süßwaren und Knabberartikel exportiert. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang um 4,0 Prozent. Der Exportumsatz stagnierte im Jahr 2012 und lag bei rund 5,8 Mrd. €. (da)
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