az-Seminar vor Ort

Süßwarenindustrie lehnt Quotensystem ab


Die Hersteller von Süßgebäcken begrüßen das Ende der Zuckermarktordnung in der EU im Jahr 2017. Aufgrund der wenigen Anbieter von Zucker in der EU und in Deutschland seien die Verwender von Zucker einem oligopolen Markt ausgeliefert. Hinzu komme die Zuteilung von Zucker durch die EU-Kommission.

Dieses starre System führe zu Ertragseinbußen bei den Herstellern von Süßwaren. Ein Ende der Quoten sei dringend notwendig, erklärte Karsten Daum vom Bundesverband der Süßwarenindustrie (BDSI) vor den zahlreichen Teilnehmern des Seminars vor Ort der agrarzeitung (az) heute bei Griesson – De Beukelar in Polch.

Seine Botschaft ist, dass mehr Wettbewerb gebraucht werde. Bei künftigen Konzentrationsprozessen der EU-Zuckerindustrie und ihren künftigen Absatzmöglichkeiten im Export werde  die Senkung des Außenschutzes als Wettbewerbselement umso wichtiger. Aber selbst wenn der Zoll abgesenkt würde, würde es nicht bedeuten, dass die Süßwarenindustrie sofort im Ausland einkaufe. 

In der EU würden die zulässigen Importmengen nicht ausgeschöpft. Immer wieder reglementiere die EU-Kommission den Zuckermarkt. Ein hohes Preisniveau in der EU für Zucker verteure die Produktion von Keksen und Gebäcken. Im März werde die EU-Kommission eine neue Zuckerbilanz vorlegen. Daum rechnet damit, dass zu wenig Importe in die EU kommen werden.

Deshalb müsse die EU-Kommission handeln und Maßnahmen ergreifen, um den Markt mit Zucker ausreichend zu versorgen. Gewisse Mengen von Nichtquotenzucker würden wie im Vorjahr wieder in Quotenzucker umgewandelt werden. „Wir sind abhängig von der Politik und haben keine eigenen Handlungsmöglichkeiten“, beschreibt Daum die Situation.

Trotz eines liberalen Marktes sieht der Branchenvertreter aber auch gewisse Risiken ab 2017. Die Konzentration unter den Zuckerunternehmen könnte fortschreiten und die Exportchancen für Zucker aus der EU steigen. Weltweit dürfte der jährliche Zuckerverbrauch um 2 Prozent steigen. (da)
stats