Fundamentalkritik

Syngenta-Aktionäre lassen Dampf ab


Der langjährige Syngenta-Vorstandsvorsitzende Mike Mack ist bereits im Oktober zurückgetreten. Jetzt fordert Dr. Folke Rauscher, Geschäftsführer der Vereinigung kritischer Syngenta-Aktionäre, eine personelle Erneuerung des Verwaltungsrates. „Nur neue, von der Vergangenheit unbelastete Kräfte sind in der Lage, die Gesellschaft aus ihrer misslichen Lage zu befreien“, schreibt Rauscher in einem Gastbeitrag für die Ausgabe der Basler Zeitung vom heutigen Montag.

Zukunft hängt in der Luft

„Die Zukunft von Syngenta hängt in der Luft. Die oberste Führung hat den Glauben an ein Überleben als unabhängiges, selbständiges Unternehmen aufgegeben. Sie kann aber auch keine Alternativen vorweisen“, macht Rauscher seinem Ärger weiter Luft. Denn die vom Präsidenten des Verwaltungsrates Michel Demaré geschürten Erwartungen, dass ein schneller Deal mit den Chinesen bevorstehe, hätten sich nicht bewahrheitet, kritisiert der Vertreter der kritischen Aktionäre.

Warnung vor Verstaatlichung

Rauscher zeigt sich auch grundsätzlich kritisch zu den Verhandlungen mit dem Konzern China National Chemical (ChemChina). Er stellt die Frage, „ob der Verwaltungsrat die Konsequenzen einer Verstaatlichung von Syngenta durch einen Verkauf an ein Staatsunternehmen eines kommunistischen Landes wirklich zu Ende gedacht hat.“ Der Aktienkurs der Syngenta AG hatte am Freitag Auftrieb erhalten – angeblich, weil die Übernahmeverhandlungen mit ChemChina Tempo aufgenommen haben sollen. (db)
stats