Syngenta findet Fehler in Efsa-Bericht

Ein Teilverbot für Neonicotinoide will Syngenta noch abwenden. Das Unternehmen bezeichnet Efsa-Daten als unrealistisch und macht Druck auf Brüssel.

Die Syngenta AG, Basel, hat nach eigenen Angaben im Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) zum Risiko der Neonicotinoide für Bienen „fundamentale Fehler" festgestellt. Diese seien in einer zusätzlichen Prüfung aufgefallen.

Im Detail bemängelt Syngenta, dass die Efsa ihre Einschätzung auf „unrealistische und übertriebene" Zahlen zur Dichte der Bepflanzung abgestützt habe. Die Werte seien zwei bis vier Mal höher als beim Einsatz in der landwirtschaftlicher Praxis. „Hätte die Efsa realitätskonforme Zahlen über die Dichte von Ansaaten verwendet, wäre sie zum Schluss gekommen, dass das Risiko für Bienen extrem niedrig ist und dass in der Realität Neonicotinoide deren Gesundheit nicht schädigen", lautet die Schlussfolgerung von Syngenta.

Das Unternehmen hat bereits in seiner Stellungnahme von Ende Januar kritisiert, dass die Efsa wesentliche Informationen zur Sicherheit von Saatgutbehandlungsmitteln mit dem Wirkstoff Thiamethoxam nicht berücksichtigt habe.

Syngenta-Vorstandsmitglied John Atkin fordert deswegen die EU-Kommission auf, erst einmal eine umfassende Untersuchung zu den tatsächlichen Risiken für Bienen einzuleiten, bevor sie Maßnahmen beschließt.

Die neuen Informationen hat Syngenta auch an die die EU-Mitgliedstaaten weitergeleitet. Diese werden sich Ende Februar wieder im Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit treffen, um die von der EU-Kommission angekündigten Teilverbote für die insektiziden Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam zu beraten.

Die EU-Kommission wiederum muss detaillierte Rechtstexte vorlegen. Da die geplanten Regeln in allen Mitgliedstaaten verbindlich umzusetzen wären, bedürfen sie einer qualifizierten Mehrheit im Ausschuss. (db)
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