Übernahmepoker

Syngenta fordert faire Bewertung


Nach wie vor liegt das Angebot von Anfang Juni auf dem Tisch. Die Monsanto Company, St. Louis, hat vor gut zwei Wochen ihre Offerte aufgestockt. Neues Element im Juni war, dass Monsanto an Syngenta eine Gebühr von 2 Mrd. US-$ zahlen würde, falls die Wettbewerbsbehörden dem Deal nicht zustimmen. Unverändert wie im ersten Angebot von April ist der gebotene Kaufpreis von 45 Mrd. US-$.

Verwaltungsratsvorsitzender meldet sich per Video

Syngenta weist die Übernahmeofferte des US-Saatgutherstellers Monsanto jedoch erneut zurück. Drei Gründe nennt der Präsident des Verwaltungsrates Michel Demaré in einem auf Youtube veröffentlichten Video: Mit dem gebotenen Kaufpreis sei Syngenta erstens unterbewertet, zweitens unterschätze Monsanto die Risiken der kartellrechtlichen Prüfung und drittens sei die Gebühr für ein Scheitern der Übernahme zu niedrig angesetzt. „Es gibt keinerlei Garantie für einen Abschluss“, bekräftigt Demaré in dem Video seine Zweifel.

Der Syngenta-Verwaltungsratsvorsitzende wehrt sich auch gegen Unterstellungen, sein Unternehmen sei nicht gesprächsbereit. Nach seiner Aussage hat es drei Treffen der juristischen Fachleute von Syngenta mit Vertretern von Monsanto gegeben, bei denen alle Aspekte der Übernahme diskutiert worden seien. Demaré wiederholt in dem Video außerdem die Aussage, dass der Vorstoß der Amerikaner unerwünscht gewesen sei.

Drei Bedingungen für eine Übernahme

Am Ende des Videos nennt Demaré drei Bedingungen, die ein Bewerber erfüllen müsste, um Syngenta zu kaufen. Der Kaufpreis müsse eine "faire" Bewertung des Unternehmens widerspiegeln, der Zusammenschluss müsse einen Nutzen stiften und die Übernahme müsse mit hoher Sicherheit zustande kommen. Alle diese Kriterien seien im Monsanto-Angebot nicht erfüllt. (db)
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