Jahresabschluss

Syngenta hofft auf Ende der Flaute

Die Syngenta AG weist für das Geschäftsjahr 2016 einen Konzernumsatz von 12,8 Mrd. US-$ aus. Er liegt 5 Prozent unter dem Vorjahresabschluss. Ohne Wechselkurseinfluss hätte der Rückgang nach den Berechnungen in Basel nur 2 Prozent betragen. Außerdem weist Syngenta auf Sondereinflüsse wie geänderte Verkaufsbedingungen in Brasilien und einmalige Lizenzeinnahmen 2015 hin. Ohne diese Effekte errechnet der Konzern sogar einen Anstieg des währungsbereinigten Umsatzes um 1 Prozent.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ist im Vergleich zu 2015 um 4 Prozent auf unter 2,7 Mrd. US-$ gesunken. Damit fällt die Ebitda-Marge 2016, also das Ebitda bezogen auf den Umsatz, mit 20,8 Prozent geringfügig höher als im Vorjahr aus. Ohne Sondereinflüsse ist sie nach Syngenta-Angaben deutlicher gestiegen. Diese Verbesserung führt das Management auf Kosteneinsparungen im Konzern sowie Preiserhöhungen zurück.

Lange Prüfung
Seit ziemlich genau einem Jahr ist bekannt, dass ChemChina Syngenta kaufen will. Ursprünglich sollte nach den Plänen der Unternehmen die Übernahme für einen Betrag von 43 Mrd. U-$ Ende 2016 längst über die Bühne gegangen sein. Doch die Kartellbehörden prüfen intensiv. Jetzt nennen ChemChina und Syngenta das 2. Quartal 2017 als möglichen Termin. Sie berichten, dass noch die Genehmigungen der Wettbewerbsaufsicht aus Brasilien, Kanada, China, der EU, Indien, Mexiko und den USA fehlen. In der EU soll bis Mitte April ein Bescheid vorliegen. (db)

Restrukturierung drückt Reingewinn

Für die Aktionäre sind die Zahlen jedoch ungünstiger. Wegen höherer Aufwendungen für Restrukturierung und Wertberichtigung sank der Reingewinn 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent auf unter 1,2 Mrd. US-$. Zur Generalversammlung im Juni wird der Konzern keine reguläre Dividende vorschlagen. Wenn die Übernahme durch ChemChina wie geplant erfolgt, ist jedoch eine Sonderdividende vorgesehen.

Einen Lichtblick nennt Erik Fyrwald, Vorstandsvorsitzender von Syngenta, dass die regionalen Umsätze im 4. Quartal 2016 – bereinigt um die Sondereinflüsse – deutlicher um 7 Prozent im Vergleich zum Schlussquartal 2015 gestiegen sind. Besonders zugelegt hat ihm zu Folge das Europa-Geschäft. Im Gesamtjahr 2017 soll der Umsatz im Gesamtkonzern währungsbereinigt „im niedrigen einstelligen Bereich“ steigen, kündigt der Syngenta-Chef an.

Russland und Ukraine bringen Umsatz

Auch im Gesamtjahr 2016 sticht das Europa-Geschäft heraus, auf das der größte Umsatz von Syngenta entfällt. Die Umsatzzahl in der Region Europa, Afrika und Mittlerer Osten ist mit 3,8 Mrd. US-$ zwar um 2 Prozent niedriger als 2015. Würde man jedoch einen unveränderten Dollarkurs zugrunde legen, stünde hier ein Plus von 5 Prozent. Syngenta erwähnt besonders großes Wachstum in Russland und der Ukraine. In allen anderen Regionen – also Nordamerika und Lateinamerika sowie in Asien/Pazifik – hat der Konzern dagegen Umsatz verloren. (db)
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