Jahresabschluss

Syngenta leidet unter starkem Dollar


Mehr Interesse als mit den Umsatzzahlen 2015 erregt die Syngenta AG mit der Bestätigung, dass ChemChina ein Übernahmeangebot unterbreiten wird. Gleichzeitig hat der Konzern heute seinen detaillierten Jahresabschluss vorgelegt. Syngenta verbucht wie alle Agrarkonzerne, die in US-Dollar abrechnen und in diesen Tagen ihre Bilanzen 2015 veröffentlichen, erhebliche Rückgänge von Umsatz und Gewinn.

Ebitda-Marge verbessert

Für das Geschäftsjahr 2015 weist Syngenta einen Konzernumsatz von 13,4 Mrd. US-$ aus. Er liegt 11 Prozent unter dem Vorjahresabschluss, wäre aber ohne den Wechselkurseinfluss um 1 Prozent höher ausgefallen. Weniger stark als der Umsatz ist der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) gegenüber 2014 gesunken. Der Rückgang beträgt 5 Prozent auf rund 2,8 Mrd. US-$. Damit erhöht sich die Ebitda-Marge 2015, also das Ebitda bezogen auf den Umsatz, auf 20,7 Prozent nach 19,3 Prozent im Vorjahr. Diese Verbesserung führt das Management auf Kosteneinsparungen, zielgerichtete Preiserhöhungen, höhere Lizenzeinnahmen für Traits sowie eine positive Auswirkung der gesunkenen Ölpreise zurück. Der Reingewinn sinkt im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent auf gut 1,3 Mrd. US-$.

Erfolg mit Fungiziden und Beizen

Wie stark der Schweizer Konzerns, der in US-Dollar abrechnet, unter der Stärke dieser Währung leidet, zeigt sich insbesondere im Europa-Geschäft, auf das der größte Umsatz entfällt. Die Umsatzzahl in der Region Europa, Afrika und Mittlerer Osten ist mit 3,9 Mrd. US-$ um 15 Prozent niedriger als 2014. Würde man einen unveränderten Dollarkurs zugrunde legen, stünde hier ein Plus von 10 Prozent. Syngenta erwähnt besonders höhere Absatzmengen des Getreidefungizids Seguris, des Wachstumsreglers Moddus sowie Erfolg mit Beizmitteln.

Rückschläge verbuchte Syngenta auch in Südamerika. Hier kamen Währungseffekte plus Absatzrückgänge zusammen. Syngenta berichtet von Schwierigkeiten, die Landwirte in Brasilien und Argentinien beim Zugang zu Krediten haben. Außerdem reduzierte der Hersteller die Verkäufe von Glyphosat in Süd- und Nordamerika. Einen Teil der Einbußen kompensieren konnten in Nordamerika Verkäufe eines neuen Herbizides, mit dem Maisanbauer Unkrautresistenzen bekämpfen können.

Blick nach Asien

Asien/Pazifik ist bislang noch die kleinste Absatzregion für Syngenta. Hier verbuchte das Unternehmen ebenfalls Rückgänge. Wachstumshoffnungen richten sich jetzt auf das neue Mutterunternehmen ChemChina, das den Baseler Konzern in der zweiten Jahreshälfte 2016 kaufen möchte. (db)
stats