Übernahmepläne

Syngenta weist Monsanto zurück


Das Syngenta-Management ist von der eigenen Ertragskraft überzeugt.
-- , Foto: Syngenta
Das Syngenta-Management ist von der eigenen Ertragskraft überzeugt.

Monsanto soll nach Aussage aus Basel einen Kaufpreis von 449 Schweizer Franken pro Aktie geboten haben, davon 45 Prozent in bar. Der Verwaltungsrat hat nach eigener Aussage „alle Aspekte des Angebots“ geprüft und einstimmig entschieden, das Angebot zurückzuweisen. Es sei weder im Interesse des Unternehmens noch der Aktionäre.

Unter anderem bewerte es Syngenta zu niedrig und unterschätze die Risiken des Zusammenschlusses. Gerüchte über Gespräche beider Unternehmen kursieren schon lange und waren am vergangenen Wochenende wieder aufgeflammt.

Aktienkurs steigt
An der Swiss Exchange in Zürich kletterten die Syngenta-Aktien bis heute gegen 16:00 Uhr im Vergleich zum Schlusskurs von gestern um gut 20 Prozent auf rund 402 Franken. Das wären aber noch deutlich weniger als die 449 Franken, die Monsanto geboten hat. Umgerechnet mit der Zahl der Aktien ergibt sich eine Summe von 42 Mrd. Franken, die der US-Konzern auf den Tisch legen will.
Michel Demaré, Vorsitzender des Verwaltungsrates, betont die Stärken von Syngenta. Das Schweizer Unternehmen sei weltweit die Nummer 1 im Pflanzenschutz und die Nummer 3 im Saatgut. Außerdem habe Syngenta als erstes Unternehmen der Welt eine Integration beider Geschäftsbereiche eingeleitet. Demaré räumte ein, dass die Bewertung von Syngenta aktuell unter dem Eindruck der starken Schweizer Währung und der schwachen Agrarrohstoffpreise stünde. Das Angebot von Monsanto würde jedoch in finanzieller Hinsicht nicht das Potenzial für eine künftige Wertsteigerung von Syngenta widerspiegeln.

Monsanto hält sein Angebot für sehr attraktiv

Monsanto widerspricht in einer heute am späten Nachmittag (europäische Zeit) verbreiteten Stellungnahme der Einschätzung von Syngenta. Der Aufschlag auf den aktuellen Börsenpreis sei für die Aktionäre „sehr attraktiv“. Außerdem verspreche die Kombination beider Unternehmen eine „signifikante Wertschöpfung“. Monsanto hebt besonders die Marktführerschaft Syngentas im Pflanzenschutz hervor, die zusammen mit der Nummer-1-Position von Monsanto im globalen Saatgutmarkt einzigartige Chancen eröffnen würde. Das US-Unternehmen betont außerdem, dass es den möglichen Zusammenschluss eingehend analysiert habe und sich deswegen zuversichtlich zeige, die erforderlichen Zustimmungen der Wettbewerbsbehörden zu erhalten.

Weitere Interessenten könnten sich melden

Der Börsenkurs von Syngenta hat heute nach der offiziellen Bekanntgabe des Angebots weiter zugelegt. „Das letzte Wort sei noch keineswegs gesprochen“, kommentiert die Schweizer Handelszeitung die heutige Diskussion. Neben Monsanto könnten sich durchaus auch andere Interessenten an Syngenta melden. (db)
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