Nach der Tierhaltung wird im Vorfeld der Grünen Woche auch der Ackerbau im Fernsehen kritisch beleuchtet. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) nimmt heute Abend das Raps-Anbausystem der BASF aufs Korn.

In der Fernsehsendung "Plusminus", die heute Abend um 21:45 Uhr ausgestrahlt wird, kommen Kritiker des Clearfield-Systems zu Wort. Es besteht aus dem BASF-Pflanzenschutzmittel Vantiga und speziellen Rapssorten, die gegen das Herbizid resistent ist.

Fachlich greift die Sendung auf die Äußerungen der Pflanzenschutzämter vom Frühjahr 2012 zurück. Die Berater hatten vor einer unbedachten Probeaussaat gewarnt. Landwirte sollten die Bekämpfung des herbizidresistenten Ausfallraps in ihre Fruchtfolgeplanung mit einbeziehen. Nach der Herbstaussaat steht Clearfield-Raps in Deutschland auf rund 3.000 ha Ackerfläche, also rund 0,2 Prozent der Rapsanbaufläche.

In der Sendung zu Wort kommt auch Eckehard Niemann von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL): Er fordert ein Verbot, weil er befürchtet, die neue Rapssorte könne sich unkontrolliert ausbreiten, schreibt der NDR in seiner Vorab-Information.

Auch das Bundeslandwirtschaftsministerium sehe die Nutzung von Clearfield-Winterraps kritisch. Denn die Resistenz dieses Rapses könnte sich auf Rapssorten der Nachbarfelder übertragen, heißt es in der Pressemeldung zur Sendung.

Der Hersteller BASF erklärte gegenüber "Plusminus", mit den Züchtern sei grundsätzlich eine Kennzeichnung des Saatguts als Clearfield-Raps vereinbart worden. In der Pressemitteilung zur Sendung heißt es dagegen, dass die Kennzeichnung in der Vergangenheit nicht immer eindeutig gewesen sei. Besonders problematisch sei die ungewollte Clearfield-Raps-Aussaat, wenn auf der gleichen Fläche anschließend Zuckerrüben angebaut werden. Davor warnt der Hersteller BASF allerdings ausdrücklich. (hed/brs)
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