Baden-Württemberg

Tal der Tränen durchschritten

-- , Quelle: LEL
Die LEL hat die Buchführungsergebnisse aus dem Wirtschaftsjahr 2015/16 von knapp 1000 Haupterwerbsbetrieben aus Baden-Württemberg ausgewertet. Eine relevante Größe war dabei die Nettorentabilität. Sie sagt aus, zu wieviel Prozent die eingesetzten Produktionsfaktoren Boden, Arbeit und Kapital entlohnt werden konnten. In vollem Maße gelang dies in der Geflügelhaltung und bei Ackerbaugemischtbetrieben. Bei den Geflügelhaltern lag der Wert sogar bei 143 Prozent. Schlusslichter bilden Getreidebaubetriebe und Schweinehalter, deren engesetzte Wirtschaftsfaktoren nur etwa zur Hälfte entlohnt wurden (53 und 48 Prozent).

Immerhin wurden sinkende Erträge durch günstigere Preise weitgehend ausgeglichen, stellt die LEL fest. Ausgewählte Aufwandspositionen zeigte, dass die Pachtpreise moderat um 2 Prozent anstiegen; die Dieselpreise verzeichneten hingegen einen Rückgang von 20 Prozent.

Die Gewinne der Haupterwerbsbetriebe sanken allerdings nach rund 25 Prozent Einbußen im Vorjahr nochmals um weitere 6 Prozent. Reine Getreidebaubetriebe lagen im vergangenen Jahr bei 200 € Gewinn/ha. Milchbauern in Baden-Württemberg mussten nach Verlusten aus dem Vorjahr im Wirtschaftsjahr 2015/16 nochmals 20 Prozent beim Ergebnis einbüßen.

Strukturwandel beschleunigt

Die Ergebnisse in der Ferkelerzeugung sind hingegen auf einem absoluten Tiefpunkt angekommen. Die Schweinehalter stehen am unteren Rand der Einkommensskala, so der LEL. Es sei auf vielen Betrieben von hohen Eigenkapitalverlusten und großen Liquiditätsengpässen auszugehen. Die vergangenen beiden Jahre hätten sich enorm auf den Strukturwandel ausgewirkt. Beim Ausblick auf das kommende Jahr gibt sich die LEL aber positiv: Bei der Milchvieh- und und Schweinehaltung stabilisieren sich die Märkte. (mrs)
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