Talfahrt der Braugerstenpreise

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Nachdem die Braugerstenpreise in den vergangenen Wochen bereits langsam nachgegeben hatten, zeigten sie sich zum vorigen Wochenende nochmals deutlich schwächer. Kurse von 152,- bis 153,- EUR/t franko oder cif Oberrhein wurden genannt. Geschäfte zu diesen Preisen werden nicht ausgeschlossen. Auslöser für diese überraschende Wende sind schwache Futtergersten- und Sommergerstenpreise in Frankreich. Darüber hinaus wird im Markt vermutet, dass bisher speziell in Frankreich Ware auf Grund der hohen Preise zurückgehalten wurde und jetzt an den Markt drängt. Auf der Abnehmerseite fehlt allerdings die Nachfrage für Futter- wie auch Braugerste. So wie die Braugerste in diesem Wirtschaftsjahr bisher von den hohen Kursen für Futtergerste gestützt wurde, scheint sie jetzt wieder an Eigenständigkeit zu gewinnen. So hat sie an Wert nicht so stark wie die Futtergerste verloren, und die Prämien im Vergleich zur Futtergerste fallen derzeit wieder höher als im bisherigen Verlauf des Wirtschaftsjahres aus.

Während in den vergangenen Monaten etwa 15,- EUR/t Prämie für die Ware gewährt wurden, sind jetzt wieder ungefähr 25,- EUR/t zu erzielen. Wegen der gering ausgefallenen Prämien floss in der vergangenen Zeit eine nur schwer einzuschätzende Menge an Braugerste in die Futtertröge. Mittlerweile lohnt es für die Abgeber wieder, die Ware aufzuarbeiten. Die Mälzer sind jedoch nur sehr verhalten am Markt, da die Malzabrufe fehlen. Ihr Restbedarf wird auf eine Verarbeitungsmenge für etwa ein bis zwei Monate geschätzt. Rein statistisch rechnet die Branche nach wie vor mit einem Überhang an Braugerste in der EU von 300.000 bis 500.000 t. Die neue Ernte wird derzeit mit 145,- EUR/t ex Ernte franko Mälzerei beziffert. Wenige Geschäfte wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt dazu abgeschlossen. Die Unsicherheit, wie sich der Markt für die alte Ernte noch entwickelt und wie die Aufwuchsbedingungen der neuen Ernte ausfallen werden, sind für die Marktbeteiligten sehr groß. Von den neuen EU-Mitgliedstaaten ab 1. Mai werden für das alte Wirtschaftsjahr keine wesentlichen Impulse mehr erwartet. Weder mit einem bedeutenden Angebot noch mit einer Nachfrage wird gerechnet. (dg)

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