Fleischwirtschaft

Tarifverhandlungen vertagt

Fleischerhandwerk bleibt außen vor
Zur Fleischwirtschaft werden die Schlachtindustrie und die fleischverarbeitende Industrie, aber nicht das Fleischerhandwerk gezählt. In der deutschen Fleischwirtschaft arbeiten rund 165.000 Beschäftigte. Für die Fleischwirtschaft gilt bereits seit Juli 2014 ein deutschlandweiter Branchenmindestlohn, der seitdem in mehreren Stufen erhöht wurde und aktuell bei 8,75 €/Stunde liegt. Der zugrunde liegende Tarifvertrag läuft zum Ende des Jahres aus. Er gilt für alle Beschäftigten der Branche und für ausländische Arbeitnehmer, die im Auftrag von Subunternehmen in den deutschen Betrieben arbeiten. (da)
„Nur sechs Cent über dem gesetzlichen Mindestlohn sind inakzeptabel“, sagte Claus-Harald Güster, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Scharf kritisiert hat der NGG-Vize, dass der Schwarze Peter anderen – wie den Convenience-Herstellern, Verbrauchern oder Discountern zugeschoben werde, die nicht bereit seien, für Fertiggerichte, Fleisch oder Wurst tiefer in die Tasche zu greifen: „Wir brauchen keine öffentlichkeitswirksamen Lippenbekenntnisse der Arbeitgeber wie jüngst wieder zu ihrer Selbstverpflichtung für bessere Arbeitsbedingungen, sondern Löhne, die zum Leben reichen.“

Die Branche habe jetzt schon massiv damit zu kämpfen, dass nicht einmal mehr die osteuropäischen Beschäftigten in der Anzahl in den deutschen Betrieben arbeiten wollten, wie sie gebraucht würden. Es gebe eine massive Abwanderung in Bereiche, in denen mehr gezahlt werde. Die NGG fordert einen Mindestlohn von mehr als 10 €. Die nächste Verhandlung findet am 30. November 2017 in Hannover statt. (da)
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