Britischer Milchmarkt

Tesco verlängert Hilfe für First Milk


Der britische Händler Tesco verlängert die finanzielle Unterstützung für die britische Molkereigenossenschaft First Milk um sechs Wochen. Wie das Unternehmen mitteilt, werden die Hilfszahlungen nicht wie bisher vorgesehen zum 28. Februar auslaufen, sondern bis zum 17. April fließen. Als Grund führt die Nummer eins auf der Insel das anhaltende Winterwetter und den volatilen Milchmarkt an. Tesco zahlt den Betrieben so lange den Grundpreis seiner Tesco Sustainable Dairy Group von 29,58 Pence pro Liter.

Der Supermarktbetreiber hat vor sechs Monaten die Überbrückungsfinanzierung für First-Milk-Betriebe gestartet, deren Milch für die Herstellung der Cheddarkäse-Eigenmarke verwendet wird. Mit dem sogenannten Winterzuschlag sollen die Milchproduzenten mindestens ihre Produktionskosten decken können.

First Milk hat mit dem Preisverfall auf dem Milchmarkt schwer zu kämpfen, berichtet die Lebensmittelzeitung (LZ). Nach Zahlungsschwierigkeiten im vergangenen Jahr hat CEO Mike Gallacher einen rigorosen Sparkurs inklusive Jobabbau ausgerufen. Erst vor wenigen Wochen hat die britische Molkereigenossenschaft ihre Beteiligung am Joint-Venture Westbury Dairies dem bisherigen Partner Arla Foods überlassen.

Tesco hat sich seinerseits auf die Fahnen geschrieben, die heimischen Milcherzeuger zu fördern. So soll ab dem 1. März die gesamte Joghurt-Palette der Tesco-Eigenmarke zu hundert Prozent aus britischer Milch hergestellt werden. Derzeit liegt der Anteil nach eigener Aussage bei zwei Drittel. Mit der Verlagerung großer Frischmilchvolumina von der Genossenschaft Arla zu Konzern-Konkurrent Theo Müller habe sich der Händler allerdings bei so manchem britischen Milchbauern unbeliebt gemacht, so die LZ. (az)
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