Teurer Türkeibeitritt

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Mit der Türkei und mit Kroatien verhandelt die EU-25 seit dieser Woche um den Beitritt. Die Türkei dürfte kaum vor 2015 dazugehören. Die EU-Außenminister haben am Montag in Luxemburg beschlossen, dass in der EU vor einem Beitritt die finanzielle Vorausschau ab dem Jahr 2014 feststehen muss. Auf landwirtschaftlicher Seite macht man sich Sorgen über die finanzielle Last, da sich nach einem Beitritt der Türkei die Zahl der Bauern in der EU mehr als verdoppelt. Nach einer Studie der Dresdner Bank kommen auf den EU-Agrarhaushalt jährlich Kosten von 13 Mrd. EUR zu, wenn die Direktzahlungen stufenweise eingeführt werden. Am Ende der Übergangsperiode wären es 20 Mrd. EUR. Auf der Marktseite sieht es günstiger aus, berichtet die Agrarzeitung Ernährungsdienst. Die Türkei braucht Molkereiprodukte, Getreide und Rindfleisch, für die sich die Exporteure in der EU schon mal Chancen ausrechnen können. Die Wettbewerbsfähigkeit der Türkei bei südländischen Spezialprodukten wie Rosinen und Nüssen dürfte in der deutschen Landwirtschaft kaum jemanden beunruhigen. (Mö)
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