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Die 90-Bullen-Obergrenze sei keine geeignete Lösung, um innerhalb der Europäischen Union die Rindfleischerzeugung an die Nachfrage anzupassen, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Gerald Thalheim, anlässlich einer agrarpolitischen Veranstaltung am Dienstag im thüringischen Ollendorf. Richtig sei, dass angesichts des Verbrauchsrückgangs bei Rindfleisch die Rinderhaltung nicht wie bisher fortgesetzt werden könne. Dies aber überwiegend zu Lasten der neuen Länder zu erreichen, die dann weitgehend "bullenfrei" wären, sei der falsche Weg. Etwa zwei Drittel der rund 135.000 Prämienrechte würden den Betrieben in Ostdeutschland durch eine solche Grenze verloren gehen. Zielführender könnte eine stärkere Eingrenzung der Prämien auf einen Höchstbesatz von Großvieheinheiten je Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche sein. Dabei sei das Dauergrünland besonders zu berücksichtigen. "Wenn wir eine artgerechtere Fütterung von Rindern wollen, dann muss die Grünlandnutzung besser honoriert werden", so der Staatssekretär. Höchste Wachsamkeit sei geboten, denn einige Mitgliedstaaten hätten sich im Agrarministerrat in Brüssel für diese Grenze ausgesprochen. Allerdings wende sich auch eine wachsende Zahl von Mitgliedstaaten dagegen. (ED)
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