Thünen Baseline 2023
Diese Untersuchung soll keine Prognose sein, sondern die erwartete Entwicklung unter bestimmten Annahmen darstellen. Die Annahmen sind poltitische wie marktwirtschaftliche Faktoren. Die Projektionen beruhen auf den Ende 2013 vorliegenden Daten und Informationen. Neben der Einkommensentwicklung werden viele andere Parameter der deutschen Agrarwirtschaft betrachtet.
Das Thünen-Institut in Braunschweig versucht mit der Baseline 2023 die zu erwartende Entwicklungen in der deutschen Agrarwirtschaft in den kommenden zehn Jahren zu beschreiben. Bei der Einkommensentwicklung der Landwirte gehen die Forscher davon aus, dass das durchschnittliche Betriebseinkommen pro Arbeitskraft leicht ansteigt.

Die großen Unterschiede im Einkommen von Betrieben unterschiedlicher Größe bleiben jedoch bestehen. Auch zwischen den Betriebsformen bleiben starke Einkommensunterschiede erhalten. Das liege im Wesentlichen an der unterschiedlichen Entwicklungen der Erzeugerpreise der wichtigsten Agrarprodukte.

Ackerbaubetriebe können ihr Einkommen voraussichtlich auf vergleichsweise hohem Niveau stabilisieren. Gewinner wären die Milchviehbetriebe, die bis 2023 mit einer Einkommenssteigerung um durchschnittlich 24 Prozent rechnen könnten. Die Erzeugerpreise für Milch werden leicht steigen und durch den Wegfall der Quoten wird eine deutliche Zunahme der durchschnittlichen betrieblichen Milcherzeugung erwartet. Dies werde den überdurchschnittlich hohen Rückgangs der Direktzahlungen bei Milchviehbetrieben mehr als kompensieren, so die Forscher.

In Futterbaubetrieben hingegen werden die Einkommen voraussichtlich um 3 Prozent sinken. Grund sind die Kostensteigerungen bei den Betriebsmitteln. Diese sind vor allem von höheren Pachtpreisen für Grünland betroffen. Besonders stark steigen nach den Modellergebnissen die Pachtpreise in den Veredlungsregionen.
Entwicklung der Betriebseinkommen je Arbeitskraft
-- , Quelle Thünen / Farmis Foto: az
Entwicklung der Betriebseinkommen je Arbeitskraft

In den Veredlungsbetrieben hingegen steigt das Einkommen laut Thünen um 44 Prozent. Dies rühre von steigenden Schweine- und Geflügelfleischpreisen sowie von der Umgestaltung der Direktzahlungen her. Veredelungsbetriebe profitieren unter anderem von der Förderung der „ersten Hektare“ aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Flächenausstattung, heißt es in dem Bericht Baseline 2023.

Allerdings sind bei den Annahmen keine höheren Auflagen durch zum Beispiel die Düngeverordnung oder mehr Tierwohl berücksichtigt. Diese würden zu steigenden Kosten in Veredlungsbetrieben führen. (hed)
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