Kali

Thüringen wehrt sich gegen Genehmigung

Das Regierungspräsidium Kassel habe alle erforderlichen Schritte zur Versenkerlaubnis von Kaliabwässer in die Werra Ende 2016 eingeleitet, bewertet und dokumentiert, erteilte das hessische Umweltministerium in Wiesbaden, den Forderungen von Thüringen eine Absage. Medienberichten zufolge habe das Land Thüringen ein eigenes Gutachten in Auftragvorgelegt. Es untersuchte die Belastungen durch die Versenkung von Kaliabwässern im Werragebiet. Das Dokument liege dem Land Hessen aber nicht vor, bestätigte das Umweltministerium in Erfurt mit.

Das Regierungspräsidium Kassel hatte Ende vergangenen Jahres nach einem langen Prüfverfahren dem Kasseler Kaliproduzenten K+S die Erlaubnis erteilt, bis Ende 2021 Salzabwässer im Untergrund versenken zu dürfen. Dabei handelt es sich um eine Gesamtmenge von 1,5 Mio. Kubikmeter/Jahr. Dies stieß im Nachbarland Thüringen auf Kritik.

Thüringen will so lange nicht warten und fordert, dass K+S noch vor 2021 Alternativen zum Versenken salzhaltiger Produktionsabwässer der Kali-Industrie vorlegt. Es bestehe das Risiko, dass durch die Abwässer der Kali-Werke weitere Grundwasserschichten geschädigt und die Trinkwassergewinnung gefährdet würden. Demnach hätte das Regierungspräsidium in Kassel die Genehmigung nicht erteilten dürfen, so die thüringische Umweltministerin Sigesmund. Sie plädierte für die Einlagerung salzhaltiger Produktionsabwässer in dieKali-Grube Bergmannssegen-Hugo in Niedersachsen, in die stillgelegte Kali-Grube Bischofferode in Thüringen sowie eine zeitweise Lagerung in der Grube Springen. (da)
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