Die Thüringer Landesregierung will den Verbrauch von Flächen begrenzen. Ein Aktionsplan soll zum Ziel führen. „Bevor neue Flächen versiegelt werden, müssen Brachen genutzt werden“, sagte Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz anlässlich der Vorstellung des Aktionsplans Nachhaltige Flächenpolitik heute in Erfurt. Der Plan sieht unter anderem vor, die Flächeninanspruchnahme, vor allem durch Siedlungs- und Verkehrsflächen, mit steuerlichen Anreizen, Förderprogrammen und Änderungen im Planungsrecht zu reduzieren. In einem ersten Schritt sollen Brachflächen, ihre Nutzungsoptionen und potenzielle Nutzungskonflikte in den Gemeinden identifiziert und analysiert werden. Förderbescheide könnten künftig davon abhängig gemacht werden, ob verfügbare Altflächen genutzt werden, heißt es weiter.

Die Siedlungs- und Verkehrsfläche nahm laut dem Agrarministerium zwischen 1992 und 2010 in Thüringen trotz Bevölkerungsrückgang um über 25.000 ha zu. Derzeit werden in Thüringen pro Tag durchschnittlich 2,7 ha Fläche neu für Siedlungs- und Verkehrszwecke umgewidmet. In Deutschland gehen täglich etwa 100 ha Land durch Versiegelung verloren. Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2020 diesen Wert auf 30 ha pro Tag zu reduzieren. (sta)
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