1

Seit Bekanntwerden der ersten BSE-Fälle in Deutschland beklagen auch die Thüringer Rinderzüchter drastische Einnahmeverluste. Wie der Präsident des Thüringer Bauernverbandes und UFOP-Vorsitzende, Dr. Klaus Kliem, informierte, gingen die Preise für Mastbullen um 30 bis 50 Prozent zurück, die Preise für Schlachtkühe halbierten sich. Habe man für Kälber in der vergangenen Woche noch 360 DM bekommen, so würden jetzt noch 230 DM geboten. Damit würden sich die Betriebsergebnisse der thüringischen Rinderhalter ins Minus kehren. Dazu setze sich die Absatzflaute deutlich fort. Der Mischfutterpreis kletterte dagegen um etwa 20 Prozent nach oben. Eine Partie deutscher Zuchtrinder, die schon im Empfangshafen Algier angekommen war, wurde wegen der jüngsten BSE-Fälle zurückgeschickt.
Um das bisher im Tiermehl enthaltene Eiweiß auszugleichen, bedürfe es eines Mehranbaus an Futtererbsen, Ackerbohnen, Süßlupinen oder Raps auf rund 1 Mio. ha. Dafür fehle aber zum einen das Saatgut und zum anderen stünde der Raps schon im Feld. Eine Absenkung der Stillegungsfläche zum Anbau der eiweißreichen Futterpflanzen wäre mit Sicherheit auch Anlass zu Protesten der USA, die über ausreichend Soja verfügten.
Bei BSE-getestetem Fleisch müsse der Verbraucher übrigens mit 1,- DM Mehrkosten pro kg Fleisch rechnen. Die ersten Thüringer Schlachthöfe hätten wegen des drastischen Absatzrückgangs bereits Kurzarbeit angemeldet.(Bm)
stats