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Sollte wegen der anhängigen Tierarzneimittel-Skandale das Recht des Tierarztes zur Bereitung und Abgabe von Tierarzneimitteln (Dispensierrecht) fallen, würden nach Ansicht des Bundesverbandes Praktischer Tierärzte e.V., Frankfurt a.M., die Folgen auch den Landwirt treffen. Die Verlagerung der Abgabe von Tierarzneimitteln auf die Apotheke würde die Tierarzneimittel-Preise und damit die landwirtschaftlichen Produktionskosten erhöhen, da die tierärztlichen Spannen, die als Höchstzuschläge in der Arzneimittelpreis-Verordnung definiert sind, erfahrungsgemäß erheblich unter den Festzuschlagsätzen liegen, die der Apotheker nehmen muss. Zudem wäre die unmittelbare zielgerichtete Arzneimittelversorgung der Tiere, die der Hoftierarzt rund um die Uhr sicherstelle, nicht mehr uneingeschränkt gewährleistet. Der Verband sieht diese Gefahr auch deshalb, weil die Apotheken die sich ändernden Krankheitssituationen in den Tierbeständen nicht kennen und daher nicht alle notwendigen Medikamente in ausreichender menge vorrätig halten könnten, meint der Verband. Auch ergäbe sich für den Landwirt ein zusätzlicher Zeit- und Wegeaufwand. Deshalb fordert der Verband, durch strikt gesetzeskonformes Handeln das System des Dispensierrechts zu erhalten. (ED)
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